Die Barmherzigkeit der Mutter Gottes

 

Wir kennen Maria als Vermittlerin der göttlichen Barmherzigkeit und rufen sie im "Salve Regina" als Mutter der Barmherzigkeit an.

 

Aber sie übt auch selbst Barmherzigkeit. Als Frau und Mutter ist es ihr naturgemäss in besonderer Weise gegeben, Mitleid und Barmherzigkeit zu zeigen.

 

Was ist Barmherzigkeit überhaupt? Barmherzigkeit ist Mitleid mit den Leiden und Sünden anderer sowie allgemein mit dem moralischen Übel in der Welt..

 

Barmherzig ist also jemand, den das körperliche oder seelische Leid anderer im Herzen berührt und der etwas dagegen unternimmt. Barmherzig ist auch, wer für die Sünder und die Armen Seelen betet.

 

Maria hat Herz für unser Elend. Sie tut unaufhörlich viele Werke der Barmherzigkeit. Davon künden ihre zahlreichen Titel, z.B.:

Maria, Heil der Kranken,

Maria, Zuflucht der Sünder,

Maria, Trost der Betrübten,

Maria, Helferin der Christen,

Maria, Mutter der göttlichen Gnade,

Maria, Mutter des guten Rates,

Maria, gütige Jungfrau,

Maria, liebenswerte Mutter,

Maria, Vermittlerin der göttlichen Barmherzigkeit,

Maria, Mutter von der Immerwährenden Hilfe.

Maria ist auch das Tor zur Barmherzigkeit Gottes, denn er erwählte sie, die Mutter seiner barmherzigen Liebe zu werden, die er in der Person seines Sohnes auf die Erde sandte.

 

Als Maria, nachdem sie ihr FIAT gesprochen hatte und Gottes Sohn unter ihrem Herzen trug, ihre Cousine Elisabeth besuchte und dort das Magnifikat betete, verkündete sie damit die grosse Barmherzigkeit Gottes, die sich von Generation zu Generation erstreckt.

 

 

 

Maria möchte uns zeigen, was Barmherzigkeit bedeutet und wie man sie übt.

 

Sie hilft uns bei unserer Pilgerschaft auf dem irdischen Lebensweg durch ihre Barmherzigkeit immer wieder weiter, damit wir das Ziel unseres Lebens bei ihrem Sohn erreichen. Maria möchte, dass wir heilig werden.

 

 

 

Wahrscheinlich hatte sie seit ihrer Erwählung durch Gott schon gewusst, dass ihr eigener Lebensweg ein Leidensweg sein würde. Sie verstand und akzeptierte, dass es so sein musste, um die Barmherzigkeit Gottes in die Welt zu tragen.

 

 

 
 

Maria litt mit ihrem Sohn, und letztendlich stand sie unter seinem Kreuz auf Golgatha, an dem er für uns starb und das Erlösungsopfer darbrachte.. Einer der Soldaten stiess eine Lanze in seine Seite und sogleich flossen Blut und Wasser heraus. Das Werk der Erlösung wurde sichtbar im geöffneten Herzen Jesu, der Quelle der göttlichen Barmherzigkeit. Maria fühlte einen Schmerz, wie wenn ihr eigenes Herz von einem Schwert durchbohrt würde. Sie wusste um den Preis der Erlösung und begleitete ihren Sohn durch ihr Opfer im Herzen.

 
 
 
 

Spätestens seit diesem Zeitpunkt und da Jesus ihr in Johannes die Menschheit bis zum Jüngsten Tage anvertraut hatte, ist es Marias brennender Wunsch, allen Seelen die Verdienste der Erlösung zukommen zu lassen, indem sie ihnen ihr mütterliches Mitleid schenkt.

 

Aus welchem Grund sind sonst die grossen Marien-Wallfahrtsorte entstanden? Dort suchen vor allem die in vielfältiger Hinsicht leidenden Menschen die besondere Nähe ihrer mitfühlenden Mutter. Sie bitten um Hilfe in körperlicher und seelischer Not für sich und andere, und sie bezeugen Maria dankbar ihre Liebe und Verehrung.

 

 

 

Die Erscheinungen Marias in den letzten Jahrhunderten sprechen alle von ihrem Mitleid für die durch die Sünde verletzte Menschheit.

 

 

 

Im „Salve Regina“ beten wir weiter „wende deine barmherzigen Augen zu uns“. Wir sind dann sicher, dass die himmlische Mutter uns anschaut und all’ unsere Leiden, Enttäuschungen und Sünden sowie das ganze Elend unserer Seele erkennt, noch bevor wir darüber zu ihr gesprochen haben. Gott hat in Marias Herzen eine solche Liebesfähigkeit entfacht, dass sie jeden von uns so liebt, als wäre er ihr einziges Kind.

 
 

Ihre Augen, die von mütterlicher Sorge und Barmherzigkeit erfüllt sind, können uns nicht anschauen, ohne zu helfen. So, wie Marias Augen bei der Hochzeit zu Kana die Situation erkannten, und wie sie ihren Sohn auf die Not der Brautleute aufmerksam machte, so werden ihre barmherzigen Augen auch über uns wachen. Sie wird jede Not sofort erkennen und uns ihr mitleidiges Herz weit öffnen.

 
 

Während in Jesus Christus Barmherzigkeit und Gerechtigkeit vereint sind, finden wir in Maria allein die grenzenlose und barmherzige Liebe zu ihren Kindern. Gott erschuf ihr Mutterherz, damit es Mitleid habe mit unserem Elend.

 

Maria möchte, dass ihre Kinder nicht der Gerechtigkeit ihres Sohnes übereignet, sondern durch seine Barmherzigkeit gerettet werden. Das barmherzige und heiligste Herz Jesu wurde in Maria gebildet. Jesus bekam alle menschlichen Eigenschaften seines Herzens von seiner Mutter. Um dies Wunder zu ermöglichen, hatte Gott diese Eigenschaften vorher in das Herz Marias gelegt, dessen Barmherzigkeit so unendlich gross ist.

 

 
 

Nicht umsonst ruft Maria daher immer wieder zu Umkehr, Busse und Gebet auf.

 

Menschen zu Reue und Umkehr zu bewegen, heisst mit anderen Worten, sie auf

 

die Barmherzigkeit Gottes im Bußsakrament hinzuweisen. Es ist ihr Auftrag im

 

Heilsplan Gottes, Seelen zu retten..

 

Trotz Marias Erscheinungen und Mahnungen bleiben jedoch leider viele Menschen

 

für das Angebot der barmherzigen Liebe Gottes taub. Daher sind wir, die wir selbst Barmherzigkeit empfangen durften, aufgerufen, ebenfalls Barmherzigkeit zu üben. Wir können gar nicht anders, als die Mutter der Barmherzigkeit missionarisch zu unterstützen, d.h. auch anderen Menschen von der Barmherzigkeit Gottes zu erzählen.

 

Wir bitten die liebe Gottesmutter, uns im Apostolat zu begleiten. Selbst die grössten Sünder wird Maria, die Zuflucht der Sünder, gern an ihr mitleidiges Herz drücken, sofern sie es nur wollen.

 

 

 

Jesus drängt sich nicht auf, er respektiert Freiheit und Entscheidung der Menschen.

 

Wir haben unser ewiges Schicksal selbst in der Hand. Aber wenn wir uns für ihn entscheiden, dürfen wir uns auf seine Worte an die hl. Schwester Faustyna verlassen:

 

„Alles Elend versinkt in meiner Barmherzigkeit.“

   
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