Gertrud die Grosse von Helfta

 

 Sie ist die grösste deutsche Mystikerin. Ihr wurde geschenkt, was der hl. Johannes vom Kreuz von Gott erbat:

 

 Zerreisse doch den Schleier:“

 

 

Das Kloster, in dem die hl. Gertrud über 40 Jahre lebte, ist das

 

 

Zisterzienserinnenkloster Helfta bei Eisleben.

 

Ursprünglich war das genannte Kloster eine gräfliche Stifung aus dem Jahre 1229 und ein Ableger des Konvents der Klosterkirche von Halberstadt, in einem fruchtbaren Talgrund herrlich gelegen.Leider wurde das Kloster 1545 zerstört und verfiel immer mehr. In den letzten Jahren nach der deutschen Wiedervereinigung entstand es von neuem und entwickelte sich zu einem geistigen Zentrum in neuheidnischer Umwelt. Heute bietet sich dem Besucher dieses Bild der Klosteranlage:

 

Am Eingang zur Krypta der Klosterkirche befindet sich eine Bronzetafel mit dem von Dornen umgebenen Herzen Jesu und dem Text:

 

 

 

Im Herzen Jesu ist die Welt geborgen.

 

An diesem 0rt lebten,

beteten und wirkten

zwischen 1258 und 1302

die drei heiligen Frauen

 

Mechthild von Hackeborn, Mechthild von Magdeburg

und

 

Gertrud die Grosse von Helfta.

 

Namen und Stand von Gertruds Eltern sind unbekannt. Wir wissen jedoch, wann sie das Licht der Welt erblickte: Am 6. Januar 1256, am Hochfest der Erscheinung des Herrn, irgendwo in Thüringen. Bereits mit 5 Jahren wurde sie von ihrer Familie, wahrscheinlich als Waisenkind, ins Kloster gebracht. Von der damaligen Äbtissin Gertrud von Hackeborn (einer Schwester von Mechthild von Hackeborn) wurde sie liebevoll erzogen.

Sie war hochbegabt, wuchs in die Klosterfamilie hinein, wurde Nonne und als diese eine Zierde ihres Ordens. Im Alter von 26 Jahren wurde sie von Jesus durch eine Vision in seine besondere Nachfolge gerufen. Er hob sie über eine Dornenhecke zu sich. Damit begann eine Liebesgeschichte zwischen einer menschlichen Seele und Jesus, wie sie in der mystischen Literatur einmalig ist, wodurch auch in Deutschland die Herz-Jesu-Verehrung ihren Anfang nahm.

Das Herz ist seit alten Zeiten das Symbol der Liebe und das Wort Herz steckt auch in dem Wort „Barmherzigkeit“. Im Alten Testament lässt Gott durch seinen Propheten Ezechiel verkünden, dass er bei den Israeliten das steinerne Herz des Menschen durch ein Herz aus Fleisch ersetzen will. Das Zeichen der Liebe und Barmherzigkeit Jesu ist sein heiligstes Herz. Blut und Wasser , die daraus fliessen, stehen für die hl. Taufe (Wasser) und die hl. Eucharistie (Blut). Wenn wir das Herz Jesu verehren, so geht es nicht um ein menschliches Organ, sondern wir bekennen die tiefe Liebe Jesu zu uns. Da Jesus nicht nur Gott, sondern auch Mensch ist, kann sein Herz auch fühlen und empfinden wie unser eigenes Herz.

Die hl. Gertrud machte die Erfahrung, dass Gott uns liebt, uns nachgeht und uns sucht.

Was Jesus der hl. Gertrud offenbarte, gilt auch uns. Sie zeigte und zeigt noch heute den Menschen den Weg, wie sie Jesus zur Mitte ihres Lebens machen können.

Einige erleuchtete sie durch ihre Worte in der Erkenntnis Gottes und der eigenen Fehler. Wieder andere erfuhren durch sie milden Trost bei Leid und Krankheit. Um der menschlichen Schwachheit zur Hilfe zu kommen, beschrieb Gertrud, ähnlich wie es die Bibel tut, das Unsichtbare in Bildern sichtbarer Dinge, damit es sich unsere Seelen besser einprägen können. Niemals dachte sie im Gebet nur an sich, sondern immer auch an die anderen Menschen. Stets lag ihr das Wohl der Gesamtkirche am Herzen.

Auf so wunderbare und geheime vielfältige Weise beruft Gott diejenigen, die er vorausbestimmt hat und rechtfertigt die Berufenen ohne ihr Verdienst. Diese Wahrheit leuchtet deutlich hervor in der von Gott auserkorenen hl. Gertrud von Helfta.

Sie lehrt uns, das Herz Gottes und damit seine Liebe und Barmherzigkeit zu entdecken.

Jahr und Tag ihres Heimgangs sind nicht genau bekannt. Wahrscheinlich war es am 17. November 1302. Gertrud wurde im Kloster Helfta beigesetzt. Leider sind auch ihr Grab und Reliquien unbekannt. Seit 1677 steht Gertruds Name im Römischen Martyrologium.

Es segne mich die Allmacht des Vaters.

Es segne mich die Weisheit des Sohnes.

Es segne mich die gütigste Liebe des Heiligen Geistes

und bewahre mich zum ewigen Leben. Amen.

 

(Gebet der hl. Gertrud von Helfta)

 

 

   
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