Um zu verstehen, was echte Barmherzigkeit bedeutet, brauchen wir uns nur auf das Evangelium stützen, auf Jesus schauen und zu ihm beten, dass er uns die Erkenntnis schenkt.



Aus „Das Hohelied der Barmherzigkeit Gottes“ (Psalm 103)

Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen!

Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er Dir Gutes getan hat:

Der Dir alle Deine Sünden vergibt und heilet alle Deine Gebrechen,

 

der Dein Leben vom Verderben erlöst, der Dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit.

Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von grosser Güte.

Er handelt nicht mit uns nach unseren Sünden und vergilt uns nicht nach unserer Missetat.

 

Die Erhörung der Bitte einer heidnischen Frau

Von dort zog sich Jesus in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück.

 

Da kam eine kanaanäische Frau aus jener Gegend zu ihm und rief:

Hab’ Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter wird

 

von einem Dämonen gequält. Jesus aber gab ihr keine Antwort.

Da traten seine Jünger zu ihm und baten: Befreie sie (von ihrer Sorge),

denn sie schreit hinter uns her. Er antwortete: Ich bin nur zu den

verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt. Doch die Frau kam,

fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir! Er erwiderte: Es ist nicht

recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen.

Da entgegnete sie: Ja, du hast recht, Herr! Aber selbst die Hunde bekommen

von den Brotresten, die vom Tisch ihrer Herren fallen. Darauf antwortete

ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist gross. Was du willst, soll geschehen.

 

Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.

(Mt 15, 21-28)

 

Die Jünger Jesu hatten um Hilfe für die Frau gebeten, jedoch vor allem,

weil sie sich belästigt fühlten. Das war kein wahres Mitleid. Jesus lehnte ab.

Die kanaanäische Frau hatte keinen Anspruch auf die Barmherzigkeit Jesu,

da er zunächst nur zu den Kindern Israels gesandt war.

Aber die Frau liess sich nicht abweisen, sie war demütig und hatte unendliches

Vertrauen, welches stärker war als alle Gesetze. Als Jesus sah, zu welch’ grossem

Glauben sie fähig war, zeigte er echte Barmherzigkeit und heilte ihre Tochter,

die von einem Dämonen gequält wurde.

So wie damals dieser heidnischen Frau hat Jesus später allen Menschen, auch denen,

die nicht aus dem auserwählten Volk stammten, das Tor zum Heil geöffnet und

schenkt auch uns heute Gnade und Barmherzigkeit, wenn wir nur glauben und vertrauen.

 

Beten wir um lebendiges Vertrauen auf die Barmherzigkeit Gottes.

Dann dürfen wir ihn um alles bitten wie die Kinder ihren lieben Vater.

Jesus selbst hat verheissen, dass unsere Gebete erhört werden.

 

Mt 11,28

Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt.

Ich werde euch Ruhe verschaffen.

 
 

Mt 7,7

Bittet, dann wird euch gegeben.

Suchet, dann werdet ihr finden.

Klopft an, dann wird euch geöffnet.

 
 

Mt 5,7

Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden.

 
 

Mk 11,24

Alles, worum ihr betet und bittet – glaubt nur, dass ihr es schon erhalten habt,

dann wird es Euch zuteil.

 
 

Joh 16,23

Ich sage euch, was ihr vom Vater erbitten werdet,

das wird er euch in meinem Namen geben.

   
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